KNDS will Produktionskapazitäten für Militärfahrzeuge in Deutschland massiv ausbauen
Lidia HartungKNDS will Produktionskapazitäten für Militärfahrzeuge in Deutschland massiv ausbauen
Der Rüstungskonzern KNDS verhandelt über eine Ausweitung seiner Produktionskapazitäten in Deutschland. Das Unternehmen prüft mehrere Standorte, darunter ein Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde. Eine endgültige Einigung über die Zukunft der Anlage steht jedoch noch aus.
KNDS hat mit Mercedes-Benz über die Übernahme oder Anmietung von Teilen des Ludwigsfelder Werks gesprochen. Der Automobilhersteller plant, die Produktion der Sprinter-Transporter von Ludwigsfelde nach Jawor in Polen bis etwa 2030 zu verlagern. Diese Verlegung könnte Platz für die Herstellung militärischer Fahrzeuge freimachen.
Der Rüstungskonzern evaluiert zudem das Volkswagen-Werk in Osnabrück, wo die Produktion 2027 enden soll. Volkswagen sucht derzeit nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für den Standort. KNDS hat bereits 2021 das Alstom-Werk in Görlitz übernommen – ein Zeichen für sein Engagement, die Präsenz in Deutschland auszubauen.
Ein zentraler Treiber für die Expansion ist die erwartete Bestellung der Bundeswehr von bis zu 3.000 gepanzerten Radfahrzeugen vom Typ Boxer. Um die Nachfrage zu decken, plant KNDS, in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten zu investieren. Das Unternehmen steht in Verhandlungen mit mehreren Firmen, um zusätzliche Fertigungsflächen zu sichern.
Ob die Gespräche mit Mercedes-Benz und Volkswagen erfolgreich verlaufen, bleibt vorerst ungewiss. Bei einem positiven Ausgang würden die Deals die Produktionskapazitäten des Konzerns für militärische Fahrzeuge deutlich stärken. Die anstehenden Aufträge der Bundeswehr könnten diese Pläne zusätzlich beschleunigen.






