Klimawandel verlängert Tourismus-Saison in Niedersachsen – doch die Kosten bremsen Anpassungen
Lidia HartungFast ein Viertel der Tourismusbetriebe sehen den Klimawandel positiv - Klimawandel verlängert Tourismus-Saison in Niedersachsen – doch die Kosten bremsen Anpassungen
Klimawandel verändert den Tourismus in Niedersachsen – mit längeren Saisons und neuen Herausforderungen
Der Klimawandel prägt den Tourismus in Niedersachsen um: Die Saison verlängert sich, und die Besucherzahlen verschieben sich. Während einige Unternehmen neue Chancen wittern, kämpfen andere mit extremen Wetterlagen und steigenden Kosten.
Die Branche reagiert bereits – ein Drittel der Betriebe hat strukturelle Anpassungen vorgenommen, um sich an das wärmere Klima anzupassen.
Extremwetter wird in Niedersachsen immer häufiger: Glühend heiße Sommertage, heftigere Regenfälle und weniger Schnee im Harz zwingen Tourismusunternehmen zum Umdenken. Viele passen sich an die verlängerten Frühlings- und Herbstsaisons an, die neue Gästegruppen anziehen.
Eine Umfrage zeigt: Fast genauso viele Betriebe erwarten Vorteile durch den Klimawandel wie solche, die negative Folgen fürchten. Doch die Kosten bleiben das größte Hindernis – fast 80 Prozent der Befragten nennen sie als Hauptbarriere für Anpassungsmaßnahmen. Trotzdem hat bereits etwa ein Drittel der Unternehmen Schritte eingeleitet, etwa durch Infrastrukturmodernisierungen.
Monika Scherf, Geschäftsführerin des IHKN, betont, dass frühzeitige und gut geplante Investitionen langfristig Geld sparen können. Sie warnt: Wer zu lange wartet, riskiert höhere Kosten durch wetterbedingte Schäden. Der IHKN fordert nun bessere Unterstützung, darunter gezielte Fördermittel, schnellere Genehmigungsverfahren und regionale Beratungsangebote.
Einige Unternehmen sind bereits vorangegangen: DUOBLOQ Energie GmbH rüstete die Justizvollzugsanstalt Lingen mit Pelletheizungen aus, während Forte Energie in Cuxhaven ein Biomassewerk betreibt, um nachhaltige Energie zu liefern. Diese Beispiele zeigen, wie Betriebe neue Wege gehen, um sich anzupassen und ihren Klimafußabdruck zu verringern.
Niedersachsens Tourismusbranche steht an einem Scheideweg – zwischen Risiken und Chancen des Klimawandels. Da immer mehr Unternehmen handeln müssen, werden die Rufe nach Förderung und Beratung lauter. Ob die Anpassung gelingt, hängt in den kommenden Jahren sowohl von privaten Investitionen als auch von öffentlicher Unterstützung ab.
