22 March 2026, 14:31

Klimaproteste in Wilhelmshaven: Aktivisten kämpfen gegen drittes LNG-Terminal am Voslapper Groden

Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030."

Klimaproteste in Wilhelmshaven: Aktivisten kämpfen gegen drittes LNG-Terminal am Voslapper Groden

Rund 80 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Hooksiel-Außenhafen in Wilhelmshaven, um gegen die Pläne für ein drittes LNG-Terminal zu protestieren. Die Demonstration fand in der Nähe der Höegh Esperanza statt, eines gewaltigen Lager- und Regasifizierungsschiffs mit einer Länge von fast 300 Metern. Die Protestierenden argumentierten, dass das Projekt sowohl die Umwelt als auch Deutschlands Klimaziele gefährdet.

Die Kundgebung wurde von lokalen Gruppen organisiert, darunter Fridays for Future, Deutsche Umwelthilfe (DUH), BUND und NABU. Diese Organisationen haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um den Bau des Terminals zu verhindern. Sie legten rechtlichen Widerspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 225 ein und kritisierten Änderungen an Naturschutzbestimmungen.

Martin Lüdders, Aktivist von Fridays for Future, erklärte vor den Demonstranten, Wilhelmshaven sei "die vom Klimawandel am stärksten bedrohte Region Deutschlands". Er warf der Bundesregierung vor, die Energiewende durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu untergraben. Der Klimarisikoindex bestätigt seine Aussagen: Die Nordseeküste gilt als besonders gefährdet durch steigende Meeresspiegel, Sturmfluten und Extremwetter.

Das geplante Terminalgelände, Voslapper Groden-Nord, ist ein Hotspot der Artenvielfalt mit über 600 Arten, viele davon bedroht. Milena Pressentin von der DUH warnte, dass die Ausweitung fossiler Infrastruktur weiterhin geschützte Flächen zersiedeln werde, wenn sie nicht gestoppt werde. Seit 2022 hat Deutschland bereits vier LNG-Terminals an Nord- und Ostsee gebaut – mit überschüssigen Kapazitäten.

Wilhelmshavens Stadtplanungschef Niksa Marusic verteidigte das Vorhaben. Er argumentierte, dass Anpassungen im Flächennutzungsplan und in den Baubestimmungen sowohl Klimaziele als auch Energiesicherheit förderten. Aktivisten bleiben jedoch skeptisch und bestehen darauf, dass das Terminal langfristigem Umweltschutz widerspricht.

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Der Rechtsstreit gegen den Bebauungsplan Nr. 225 wird nun vor Gericht verhandelt. Bei einer Genehmigung wäre es das dritte Terminal in Wilhelmshaven und würde Deutschlands LNG-Infrastruktur weiter ausbauen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Projekt vorankommt oder mit weiteren Verzögerungen rechnen muss.

Quelle