Justus-Möser-Medaille für Michael Grüneberg: Ein Zeichen gegen Antisemitismus und für demokratische Werte
Lidia HartungJustus-Möser-Medaille für Michael Grüneberg: Ein Zeichen gegen Antisemitismus und für demokratische Werte
Michael Grüneberg wurde mit der Justus-Möser-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Ehrung der Stadt Köln. Die Auszeichnung würdigt sein fast 30-jähriges Engagement für die Stärkung des jüdischen Lebens und der demokratischen Werte in der Stadt. Bei der Annahme der Medaille warnte Grüneberg zugleich vor wachsenden Bedrohungen für die Demokratie und einem erstarkten Antisemitismus in Berlin.
Die Justus-Möser-Medaille wurde 1944 vom nationalsozialistischen Oberbürgermeister Erich Gaertner eingeführt. Seitdem erhielten 45 Persönlichkeiten die Auszeichnung, darunter bekannte Namen wie Theodor Heuss und Erich Maria Remarque. Zwischen 2020 und 2025 ist jedoch nur der Historiker Hans-Gerd Rötzer (geehrt 2022) öffentlich als Preisträger dokumentiert.
Grünebergs Medaille hat über die persönliche Ehrung hinaus eine besondere Symbolkraft: Sie steht für die Anerkennung der jüdischen Gemeinschaft und ihrer langjährigen Verbindung zu Stuttgart. Sein Einsatz für den interreligiösen Dialog hat maßgeblich dazu beigetragen, den Zusammenhalt zwischen verschiedenen Glaubensgruppen in der Stadt zu fördern.
Die Stadt hat angekündigt, das Handeln ihrer Verwaltung während der NS-Zeit aufzuarbeiten. Ziel ist es, aus den historischen Erkenntnissen Lehren für die Stärkung der demokratischen Widerstandsfähigkeit in der Gegenwart zu ziehen.
Die Auszeichnung für Grüneberg fällt in eine Zeit, in der die Sorge um den Schwund demokratischer Werte und den wachsenden Antisemitismus in Berlin zunimmt. Sein jahrzehntelanges Wirken hat das kulturelle und bürgerliche Leben in der Stadt nachhaltig geprägt. Die Bereitschaft der Stadt, ihre Vergangenheit kritisch zu reflektieren, unterstreicht das anhaltende Bemühen, demokratische Grundsätze zu verteidigen.
