16 February 2026, 11:02

Jacques Tillys Karnevalssatire bringt Russland vor Gericht – doch der Karneval 2026 feiert weiter

Eine große Menschenmenge umringt einen Paradewagen, der mit bunten Luftballons und Bändern geschmückt ist, mit Gebäuden und Laternen im Hintergrund, in Schwarz-Weiß.

Feierwütige, zieht warm an! An Rosenmontag regnet es nicht nur Süßes - Jacques Tillys Karnevalssatire bringt Russland vor Gericht – doch der Karneval 2026 feiert weiter

Die Karnevalssaison ist in vollem Gange – mit Umzügen und Feiern im gesamten rheinischen Deutschland. Einer der bekanntesten Designer, Jacques Tilly, wird auch in diesem Jahr wieder seine satirischen Motivwagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug präsentieren. Doch diesmal hat seine Arbeit unerwarteten juristischen Ärger ausgelöst: russische Behörden haben ihn ins Visier genommen.

Jacques Tilly, bekannt für seine frechen und oft provokanten Karnevalsentwürfe, muss sich nun vor einem russischen Gericht verantworten. Die Anklage bezieht sich auf seine spöttischen Darstellungen russischer Staatsorgane, darunter auch Präsident Wladimir Putin. Der ursprünglich für den 29. Januar 2026 angesetzte Prozess wurde wegen abwesender Zeugen auf den 26. Februar 2026 vertagt. Tilly, der sich weiterhin in Düsseldorf aufhält, wurde offiziell noch nicht über das Verfahren informiert. Bei einer Verurteilung drohen ihm Geldstrafen oder sogar bis zu zehn Jahre Haft – auch wenn Experten eine Auslieferung für unwahrscheinlich halten.

Eine Auswahl seiner früheren Werke ist online einsehbar und zeigt seinen scharfen Witz und seine furchtlose Herangehensweise an politische Satire. Seine Wagen gehören seit Langem zu den Highlights des Düsseldorfer Karnevals, wo die Menge trotz unberechenbaren Wetters zusammenströmt. Für den diesjährigen Rosenmontag wird eine Mischung aus Schnee und Regen vorhergesagt, doch die Veranstalter rechnen damit, dass die Feiern wie gewohnt stattfinden.

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Für viele ist Karneval eine geliebte Tradition. Eine Autorin, die im Karnevals-Herzland Münsterland aufgewachsen ist, erinnert sich an Kindheitserlebnisse wie das Jagen nach Kamelle – den von den Wagen geworfenen Süßigkeiten – und den Besuch der Büttenabende, jener satirischen Abende, auf denen Politik und Gesellschaft aufs Korn genommen werden. Sie erwähnt regionale Grußformeln wie Festo und DeUnDa, gestand aber, dass sie die Feiern irgendwann satt hatte. Heute, so gibt sie zu, vermisst sie die Aufregung und würde in diesem Jahr mitmachen – wäre da nicht ein beruflicher Termin.

Unterdessen hat eine Kollegin eine Liebeserklärung an den Karneval verfasst und argumentiert, dass selbst Skeptiker Freude an der lebensfrohen Energie und dem Humor der Tradition finden könnten.

Die Karnevalssaison 2026 geht mit ihrer gewohnten Mischung aus Satire, Feierlaune und Trotz weiter. Jacques Tillys juristischer Konflikt verleiht den Festlichkeiten eine ernste Note, doch die Umzüge werden stattfinden – unabhängig von Wetter oder Kontroversen. Für viele bleibt der Karneval ein unverzichtbarer, farbenfroher Teil der deutschen Kultur.