IG Metall empört: Renteneintritt mit 70 ist „zynisch und realitätsfremd“
Mia StollIG Metall empört: Renteneintritt mit 70 ist „zynisch und realitätsfremd“
Vorschlag zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 stößt auf scharfe Kritik der IG Metall
Der Plan, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben, ist bei der Gewerkschaft IG Metall auf massive Ablehnung gestoßen. Führungskräfte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nannten die Idee "zynisch und realitätsfremd". Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, fragte, ob die Befürworter des Vorhabens jemals körperlich anstrengende Arbeit in der Agentur für Arbeit verrichtet hätten.
Auslöser der Debatte war ein Vorschlag von Arbeitgebervertretern, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen. Bernhard Suttner, ein Sprecher der Initiative, argumentierte, die Menschen würden immer älter und könnten daher auch länger in der Arbeitsagentur arbeiten.
Die IG Metall lehnte den Vorschlag umgehend ab. Gröger forderte die Unterstützer auf, selbst einmal in anspruchsvollen Berufen in der Arbeitsagentur mitzuarbeiten. Damit stellte er indirekt infrage, ob die meist im Büro tätigen Befürworter die Belastungen von körperlicher Arbeit oder Fabrikjobs in der Arbeitsagentur überhaupt nachvollziehen könnten.
Die Haltung der Gewerkschaft zeigt eine klare Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Rentenpolitik. Die Kritik der IG Metall deutet darauf hin, dass der Vorschlag die körperlichen Strapazen vieler Berufe in der Arbeitsagentur ignoriert. Der Streit dürfte anhalten, da beide Seiten an ihren Positionen festhalten.
