Hubschrauber kartiert Grundwasser zwischen Walsrode und Nienburg mit Hightech-Methode
H.-Dieter HuhnHubschrauber kartiert Grundwasser zwischen Walsrode und Nienburg mit Hightech-Methode
Hubschrauber vermisst Grundwasserverhältnisse zwischen Walsrode und Nienburg/Weser
Vom 16. bis voraussichtlich 25. Februar wird ein Hubschrauber in niedriger Flughöhe die Grundwasserverhältnisse zwischen Walsrode und Nienburg/Weser erkunden. Dabei zieht das Flugzeug eine große Antenne hinter sich her, um unterirdische geologische Strukturen zu kartieren. Die Aktion ist Teil eines umfassenden Projekts zur Verbesserung der Wasserressourcenplanung in Niedersachsen.
Die Messflüge werden vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit der SkyTEM-Methode durchgeführt. Dabei erzeugt das System ein Magnetfeld, das in den Gesteinsschichten des Untergrunds Wirbelströme induziert. Durch die Messung des sekundären Magnetfelds können Forscher die elektrische Leitfähigkeit bis in 300 Meter Tiefe bestimmen.
Hohe Widerstandswerte deuten dabei meist auf Sand oder Kies hin, während niedrige Werte auf Ton oder Salzwasser schließen lassen. Die Daten helfen, eiszeitliche Rinnenstrukturen zu identifizieren, in denen sich Grundwasserleiter oder versalzte Zonen befinden könnten. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für den Schutz von Trinkwasserressourcen und die Planung von Geothermieprojekten.
Der Hubschrauber wird systematische Flugrouten von Ost nach West abfliegen, wobei die Messstreifen etwa 300 Meter voneinander entfernt liegen. Auf einer Strecke von rund 1.000 Kilometern bewegt sich das Flugzeug in einer Höhe von etwa 30 Metern. Ähnliche Vermessungen wurden in den vergangenen Jahren bereits in Regionen wie dem Aller-Leine-Tal, der Weser-Aller-Platte, dem Emsland und dem Norddeutschen Tiefland durchgeführt.
Nach der Auswertung werden die Daten über den NIBIS-Kartenserver der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie dienen als Grundlage für Entscheidungen zum Grundwasserschutz und zur Entwicklung der Geothermie.
Die Ergebnisse der Vermessung fließen in ein detailliertes geologisches Untergrundmodell ein. Sie unterstützen die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten und die Planung von Geothermiebohrungen. Angesichts des durch den Klimawandel steigenden Drucks auf die Wasserversorgung werden solche Daten für eine nachhaltige Planung immer wichtiger.
