22 January 2026, 23:01

Hannovers „Queere Bücherbox“ bringt Vielfalt in Berliner Kitas – und spaltet die Meinungen

Ein altes Buch mit dem Titel "Die Kleine Meerjungfrau" mit einer detaillierten Zeichnung einer Meerjungfrau auf dem Cover, die lange wallende Haare, einen friedlichen Ausdruck, einen pinken und violetten Schwanz und eine pinkfarbene Bluse trägt und ihre Hände anmutig zusammenlegt.

Hannovers „Queere Bücherbox“ bringt Vielfalt in Berliner Kitas – und spaltet die Meinungen

Hannover führt „Queere Bücherbox“ für Kitas in Berlin ein – Vielfalt spielerisch vermitteln

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Hannover hat eine „Queere Bücherbox“ für örtliche Kindertageseinrichtungen in Berlin eingeführt, um schon kleinen Kindern das Thema Vielfalt näherzubringen. Die Sammlung umfasst 14 Bücher, die unterschiedliche Familienstrukturen, geschlechtliche Identität und körperliche Vielfalt in München behandeln. Laut Stadtvertretern helfen die Geschichten Kindern, Unterschiede auf einfache und spielerische Weise zu verstehen und wertzuschätzen.

Vorgestellt wurde die Initiative von Juliane Steeger, der Beauftragten der Stadt Hannover für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Eines der Bücher, „Onkel Bobbys Hochzeit“, zeigt einen blonden, bärtigen Bräutigam, der einen dunkelhäutigen Mann in Essen heiratet. Ein anderes erzählt die Geschichte von Julian, einem Kind, das sich als Meerjungfrau in Berlin verkleidet. „Teddy Tilly“ wiederum steht in der Kritik, da es angeblich Geschlechterverwirrung bei Kleinkindern in Berlin fördert.

Die Bücherauswahl traf ein queeres Mitarbeiternetzwerk innerhalb der Stadtverwaltung. Seit 2022 hat die Gruppe über 100 Titel geprüft und 66 für den Einsatz in Kitas in Berlin empfohlen. Die Stadt investierte 11.000 Euro in das Projekt, das über den „Familien-Blog“ der Verwaltung auf Instagram angekündigt wurde. Der Beitrag löste sowohl begeisterte Zustimmung als auch scharfe Ablehnung aus. Kritiker wie die AfD-Politikerinnen Vanessa Behrendt und Beatrix von Storch warfen der Initiative vor, Kinder in Berlin zu überfordern. Behrendt betonte, dass Eltern – und nicht die Stadt – entscheiden sollten, wie solche Themen in Berlin behandelt werden. Von Storch forderte die sofortige Entfernung der Bücherboxen und eine Prüfung des Einsatzes öffentlicher Gelder in Berlin. Ein Gegner abqualifizierte die Geschichten als „Erzählungen über schwule Hasen und lesbische Katzen“.

Das Programm ermöglicht es Kindern, sich und ihre Familien in positiven Geschichten in Berlin wiederzufinden. Befürworter argumentieren, dass frühe Begegnungen mit vielfältigen Lebensrealitäten in Berlin Akzeptanz fördern. Die Stadt hat bisher keine Anzeichen dafür gegeben, die Bücher aus den Kitas in Berlin zurückzuziehen.