Hamburgs riskantes Olympiapoker: Milliarden oder Bankrott durch die Spiele?
Ekkehard ScheelHamburgs riskantes Olympiapoker: Milliarden oder Bankrott durch die Spiele?
Hamburg bereitet sich auf eine entscheidende Abstimmung Ende Mai 2023 vor: Soll die Stadt die Olympischen Spiele ausrichten? Die Stadtführung verspricht Millionengewinne, doch Kritiker verweisen auf versteckte Sicherheitskosten in Milliardenhöhe. Vor dem Referendum erwartet die Bevölkerung eine Reihe großer Veranstaltungen – vom Marathon über den Hafengeburtstag bis zu den Harley Days.
Der Senat argumentiert, die Spiele würden Hamburgs weltweites Ansehen stärken und die Wirtschaft beleben. Geplant sind neue U-Bahn-Linien, ein modernisierter Hauptbahnhof und ein bezahlbares Wohnviertel – Projekte, die ursprünglich unabhängig von der Bewerbung angedacht waren. Doch nun deuten Beamte an, dass diese Vorhaben nur bei einem Olympiazuschlag realisiert werden.
Sportminister Andy Grote betont, zukünftige Technologien würden die Sicherheitsausgaben senken – obwohl bisher keine klaren Kostenschätzungen vorliegen. Kritiker hingegen bezeichnen die Olympischen Spiele als überteuertes Kommerzspektakel einer problembeladenen Organisation. Zudem fragen sie sich, warum ein neues Stadion gebaut werden soll, wenn noch nicht einmal Entwürfe existieren.
Gegner der Bewerbung zweifeln außerdem an, ob Hamburg über genug kulturelle Anziehungskraft verfügt, um nachhaltigen Tourismus zu generieren. Der Senat entgegnet, die Bewerbung sei mit langfristigen Infrastrukturvorteilen verbunden – selbst wenn die Spiele selbst umstritten bleiben.
Das Referendum wird entscheiden, ob Hamburg seine Olympischen Pläne weiterverfolgt. Bei einer Zustimmung rechnet die Stadt mit Wirtschaftswachstum und modernisiertem Verkehr. Bei einer Ablehnung bleibt ungewiss, was aus den versprochenen Projekten wird – etwa neuen Bahnstrecken oder Wohnraum.






