Grüne lehnen verpflichtenden Staatsdienst nach hitziger Debatte ab
H.-Dieter HuhnGrüne lehnen verpflichtenden Staatsdienst nach hitziger Debatte ab
Forderung nach verpflichtendem Staatsdienst in den Grünen gescheitert
Ein Vorstoß für einen verpflichtenden nationalen Dienst innerhalb der deutschen Grünen ist von den Parteimitgliedern abgelehnt worden. Der von einem jungen bayerischen Abgeordneten eingebrachte Vorschlag löste eine Debatte über bürgerliche Pflichten und persönliche Freiheit aus.
Niklas Wagener, ein 23-jähriger Grünen-Abgeordneter aus Aschaffenburg, stellte den Antrag auf dem Parteitag im November 2025 in Hannover vor. Sein Plan sah ein verpflichtendes "soziales Jahr" für alle jungen Männer und Frauen bis 28 vor, mit der Wahl zwischen militärischem oder zivilem Dienst. Die Initiative sollte laut Wagener die demokratische Widerstandsfähigkeit stärken – ein Argument, mit dem er frühzeitige Kritik zurückwies.
Doch der Vorschlag stieß innerhalb der Partei schnell auf Widerstand. Henriette Held, Co-Sprecherin der Grünen Jugend, argumentierte, er schränke die Selbstbestimmung ein. Trotz Unterstützung durch den erfahrenen Grünen-Politiker Anton Hofreiter fand der Antrag nicht genug Rückhalt in der Basis. Auch ein alternativer Plan für einen freiwilligen Dienst, den die Grünen-Abgeordnete Sara Nanni vorlegte, scheiterte. Ihre Idee umfasste eine Online-Plattform zur Registrierung ziviler und militärischer Fähigkeiten für Krisensituationen. Doch wie Wagener konnte auch sie die Delegierten nicht überzeugen.
Sowohl der verpflichtende als auch der freiwillige Dienst wurden schließlich von der Grünen-Basis abgelehnt. Die Partei bleibt damit vorerst bei ihrer bisherigen Haltung zum Thema Staatsdienst. Wagener hat mit seiner Forderung nach bürgerlicher Verpflichtung die Debatte in politischen Kreisen jedoch weiter am Leben erhalten.
