Grüne fordern radikale Energiewende: Fossile Brennstoffe sollen bis 2035 verschwinden
Ekkehard ScheelGrüne fordern radikale Energiewende: Fossile Brennstoffe sollen bis 2035 verschwinden
Die Grünen treiben eine radikale Wende in der deutschen Energiepolitik voran. Ein neuer Antrag mit dem Titel "Energiewende 2.0: Nutzung statt Blockade" skizziert Pläne zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und den Umstieg auf eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien. Die Parteiführung will Haushalte und kleine Unternehmen in die Verantwortung für die Umsetzung einbinden.
Die Grünen bereiten eine groß angelegte Kampagne gegen das vor, was sie als "fossiles Rollback" bezeichnen. Ihr Ziel ist es, den Bau neuer Gaskraftwerke zu verhindern und die bundesweit einheitlichen Strompreise infrage zu stellen. Die Partei argumentiert, dass zentrale, fossile Systeme durch dezentrale Netze auf Basis erneuerbarer Energien ersetzt werden müssen.
Ein Entwurfspapier zeigt den Widerstand gegen diese Pläne auf: Teile der Energiewirtschaft, konservative Lobbygruppen sowie einige Politiker von FDP und CDU lehnen strengere Auflagen für Gaskraftwerke ab. Gleichzeitig wehren sich große Industrieverbraucher, ostdeutsche Landesregierungen und Wirtschaftsverbände gegen eine Vereinheitlichung der Strompreise.
Die Grünen stellen sich Deutschland als "Elektrostaat" vor – eine Nation, die sich durch Innovationen in Wind-, Solar- und Wasserkraft mit ölabhängigen Volkswirtschaften messen kann. Langfristig streben sie ein Energiesystem an, das zu 100 Prozent auf Erneuerbaren basiert, und wollen das Land so als klimaneutrale Industrienation positionieren.
Der Parteivorstand überarbeitet derzeit die Energiepolitik, um die Wende zu beschleunigen. Gelingen die Pläne, könnten sie die Art und Weise, wie Deutschland Strom erzeugt und verteilt, grundlegend verändern. Zudem würde sich der Einfluss von der Großindustrie hin zu lokalen Gemeinden und kleineren Betrieben verlagern.
