Göttinger Polizei setzt mit "Biker-Safety-Tours" auf Dialog statt Strafen
Lidia HartungGöttinger Polizei setzt mit "Biker-Safety-Tours" auf Dialog statt Strafen
Polizeidirektion Göttingen beendet erste "Biker-Safety-Tours" – Initiative für mehr Motorradsicherheit und weniger Lärmbelästigung
Die Polizeidirektion Göttingen hat ihre ersten "Biker-Safety-Tours" erfolgreich abgeschlossen – ein neues Projekt, das Motorradunfälle verringern und Lärmbeschwerden entgegenwirken soll. Die letzten geführten Ausfahrten fanden am Samstag, dem 21. Juni, im Harz statt und bildeten den Abschluss einer Reihe von Touren, bei denen Polizisten Motorradfahrer auf einigen der schönsten, aber auch gefährlichsten Strecken der Region begleiteten.
Das Programm, das auf ein Präventionskonzept der hessischen Polizei zurückgeht, stieß auf großes Interesse: Über 150 Anmeldungen gingen ein, und die Touren waren innerhalb weniger Tage ausgebucht.
Im Fokus der "Biker-Safety-Tours" standen besonders beliebte, aber risikoreiche Routen im Zuständigkeitsbereich der Göttinger Polizei – Gebiete, die für häufige Unfälle und Lärmbeschwerden bekannt sind. Beamte führten die Teilnehmer durch kritische Abschnitte und gaben dabei Tipps zu sicherer Fahrweise, Fahrzeugwartung und der richtigen Schutzausrüstung.
Neben den Touren organisierte die Polizei Präventionskampagnen wie "Kaffee statt Knöllchen", um den Dialog zwischen Bikern und Ordnungshütern zu fördern. Den Abschluss bildete ein "Motorrad-Sicherheitstag" in Osterode, an dem Tanja Wulff-Bruhn, Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen, und Dirk Fornoff, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Hessen in Darmstadt, teilnahmen. Im Mittelpunkt stand der offene Austausch: Die Beamten trafen die Motorradfahrer auf Augenhöhe, um das gegenseitige Verständnis für Lärmbelastung und Verkehrssicherheit zu stärken.
Unterstützt wurden die Touren von Netzwerkpartnern, die während der Ausfahrten Erste-Hilfe-Kurse anboten. Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchweg positiv aus – viele lobten die praxisnahen Ratschläge und die kooperative Herangehensweise der Polizei.
Die Initiative war in diesem Jahr einzigartig in Niedersachsen, doch die Behörden hoffen, sie dauerhaft zu etablieren. Zwar liegen noch keine Daten zu Motorradtoten im Jahr 2023 in der Region vor, doch das Ziel ist klar: Durch Aufklärung und Sensibilisierung sollen schwere Unfälle reduziert werden.
Die "Biker-Safety-Tours" endeten mit voller Beteiligung und großer Zustimmung der Motorradfahrer. Die Polizeidirektion Göttingen plant, das Programm fortzuführen und auf Basis des Erfolgs die Sicherheit für Biker weiter zu verbessern.
Durch die Kombination aus geführten Touren, Präventionsgesprächen und Erste-Hilfe-Schulungen soll die Initiative dazu beitragen, Unfälle und Lärmprobleme auf den gefährlichsten Straßen der Region zu verringern.
