Geisterinsel aus DDR-Zeiten für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?
Lidia HartungGeisterinsel aus DDR-Zeiten für 60.000 Euro versteigert – doch was nun?
Verlassene künstliche Insel vor Deutschlands Ostseeküste für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene künstliche Insel vor der deutschen Ostseeküste ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Die baufällige Konstruktion mit dem Namen Ostervilm liegt in der Nähe der geschützten Insel Vilm im Greifswalder Bodden. Erbaut in der DDR-Zeit, steht sie seit dem Fall der DDR leer.
Ursprünglich wurde Ostervilm von der Volksmarine der DDR als abgesperrtes Militärgelände errichtet. Ihr Zweck bestand darin, eine große Unterwasserkabelschleife zu beherbergen, die dazu diente, die magnetischen Signaturen von Kriegsschiffen zu tarnen. Die Insel selbst ruht auf 600 Holzpfählen, die von einem Betonrahmen getragen werden, der mit Eisenplatten und Holzverkleidungen versehen ist.
Das Objekt wurde mit einem Startgebot von 39.000 Euro zur Versteigerung angeboten. Am 4. Juni wechselte es für 60.000 Euro den Besitzer. Doch der neue Eigentümer sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Ohne gesicherten Zugang oder grundlegende Infrastruktur ist die Nutzung des Gebäudes weiterhin illegal.
Selbst wenn ein Zugang möglich wäre, gestaltete sich eine Bebauung schwierig. Für jedwede Bauvorhaben wäre ein Bebauungsplan erforderlich, doch die Behörden halten den exponierten Standort für ungeeignet, um neue Genehmigungen zu erteilen. Experten warnen, Käufer hätten im Grunde eine „Katze im Sack“ erworben – ein Objekt mit kaum praktischem Nutzen.
Von der Südküste Rügens aus sichtbar, liegt Ostervilm in Sichtweite von Vilm, einem streng geschützten Naturschutzgebiet. Der Tourismus in der Region ist stark eingeschränkt, was die möglichen Nutzungsoptionen für die Insel weiter verringert.
Der Verkauf von Ostervilm markiert das jüngste Kapitel einer seit den 1990er-Jahren dem Verfall preisgegebenen Anlage. Ohne legalen Zugang oder Entwicklungsperspektiven erbt der neue Besitzer ein militärisches Relikt von geringem unmittelbarem Wert. Die Zukunft der Insel hängt nun davon ab, ob kreative Lösungen – oder weiterer Zerfall – den Ausschlag geben.






