30 June 2026, 06:24

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe bei Armut und Gewalt

"Help instead of Punishment": Fürther Youth Council presents motion in committee

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe bei Armut und Gewalt

Der Fürther Jugendrat setzt sich für Unterstützung statt Bestrafung bei Straftaten ein, die mit Armut zusammenhängen. Sein Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird am 1. Juli 2023 beraten. Die Initiative argumentiert, dass reine Strafen die zugrundeliegenden Probleme nicht lösen.

Der Vorstoß entstand im Zuge von Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr. Ursprünglich hatte der Jugendrat gefordert, solche Fälle nicht an die Behörden zu melden. Später einigte man sich darauf, von Strafverfolgung bei Fahrgästen in Armut abzusehen – doch dem Rat geht das nicht weit genug.

Julia Dierauf, stellvertretende Vorsitzende des Jugendrats, betont, dass junge Straftäter in prekären Verhältnissen gezielte Hilfe benötigen. Der Vorsitzende Alexander Bohn fordert aufsuchende Sozialarbeit, um die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Der Rat schlägt zudem Streetwork und mobile Jugenddienste als Teil der Lösung vor.

Ein weiterer zentraler Punkt ist eine zentrale Meldestelle für Opfer sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt, die auch anonyme Anzeigen ermöglichen soll. Vorstandsmitglied Clemens Trompke regt an, das System zunächst mit einem einfachen Formular zu testen, um den Bedarf zu ermitteln. Zudem soll die Jugendhilfe frühzeitig in Strafverfahren einbezogen werden.

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Über den Antrag des Jugendrats wird im nächsten Monat offiziell beraten. Wird er angenommen, könnte sich die Herangehensweise bei Bagatelldelikten im Zusammenhang mit Armut ändern – weg von Sanktionen, hin zu Unterstützung und Prävention.

Quelle