Frischer Start für die Bahn in Niedersachsen: DB Regio übernimmt nach jahrelangem Chaos
Mia StollFrischer Start für die Bahn in Niedersachsen: DB Regio übernimmt nach jahrelangem Chaos
Neustart für den Schienenverkehr in Zentral-Niedersachsen nach Jahren der Verspätungen und Ausfälle
Nach Jahren der Verspätungen und Zugausfälle erhält der Schienenverkehr in Zentral-Niedersachsen einen frischen Anfang. Der Landesnahverkehrsverbund Niedersachsen (LNVG) hat die Kontrolle wieder an DB Regio übergeben, nachdem der Betreiber Start Niedersachsen Mitte gescheitert ist. Fahrgäste können nun auf längst versprochene Verbesserungen hoffen – darunter kostenloses WLAN und einen besseren Kundenservice.
Die Probleme begannen im Dezember 2021, als Start Niedersachsen Mitte, eine Tochtergesellschaft der Start Deutschland GmbH, das Netz im Heidekreis übernahm. Der erste Sommer unter ihrer Regie artete in ein Chaos aus: massive Verspätungen, überfüllte Züge und häufige Ausfälle prägten den Betrieb. Bereits im November 2022 verhängte der LNVG eine Strafe in Höhe von 2,7 Millionen Euro, weil der Betreiber die vereinbarten Leistungsstandards nicht erfüllte.
2023 verschärfte sich die Lage weiter. Nach anhaltenden Serviceausfällen – darunter ein wochenlanger Zusammenbruch auf der Strecke Uelzen–Bremen – erteilte der LNVG eine offizielle Abmahnung. Der ursprünglich bis 2029 laufende Vertrag wurde vorzeitig gekündigt, um den Weg für die Rückkehr von DB Regio freizumachen.
DB Regio hatte die Ausschreibung 2020 zwar an Start Deutschland verloren, übernimmt nun aber ab dem 1. August wieder den Betrieb. Das Netz umfasst die Linien RB 37 und RB 38, die den Heidekreis mit Hannover, Hamburg, Uelzen und Bremen verbinden. Nach Jahren der Rückschläge sollen nun die längst überfälligen Verbesserungen umgesetzt werden – darunter WLAN, besetzte Züge, bessere Fahrgastinformationen und erhöhte Sicherheit.
Die Rückkehr zu DB Regio beendet eine turbulente Phase für die Pendler. Der Betreiber hat zugesagt, die bereits 2020 versprochenen Aufwertungen nachzuliefern – wenn auch mit vier Jahren Verspätung beim WLAN. Mit der Auflösung der Start Deutschland GmbH und ihrer Tochtergesellschaften rückt nun die Wiederherstellung eines zuverlässigen Schienenverkehrs in der Region in den Fokus.
