Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel schließt nach acht Jahren ihre Pforten
Ekkehard ScheelFlüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel schließt nach acht Jahren ihre Pforten
Die Kasernenanlage in Bad Fallingbostel/Oerbke hat ihre Türen als Flüchtlingsunterkunft geschlossen. Der letzte Bewohner verließ die Einrichtung am Dienstag – damit endet ihre Nutzung als Notunterkunft. Bis Ende des Jahres wird das Gelände an die Bundeswehr zurückgegeben.
Zwischen 2015 und 2023 fanden hier rund 61.800 Schutzsuchende eine vorübergehende Bleibe. Davon stammten etwa 52.000 aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Eritrea und Nigeria – den fünf wichtigsten Herkunftsländern von Geflüchteten in Deutschland während dieses Zeitraums. Daten aus der früheren Phase als Notquartier liegen jedoch nicht vor.
Die Rückbauarbeiten für die Übergabe haben bereits begonnen. Die offizielle Nutzung durch die Landesbehörde endet am 30. November, wodurch 500 Plätze im System entfallen. Nach der Übernahme wird die Anlage als Unterkunft für Bundeswehrsoldaten dienen.
Mit der Schließung der Kaserne wird am 4. Dezember die Hannoveraner Messehalle wieder als Flüchtlingsunterkunft eröffnet. Dort sollen etwa 3.000 Menschen Platz finden. Aktuell verfügt die Niedersächsische Landesaufnahmebehörde (LAB) über eine Gesamtkapazität von 11.941 Plätzen, von denen 7.450 belegt sind und 390 in Notunterkünften bereitstehen.
Nach acht Jahren Betrieb endet damit die Funktion der Kaserne als Flüchtlingseinrichtung. Zwar verringert sich dadurch die verfügbare Unterkunftskapazität, doch die Messehalle in Hannover soll den Wegfall teilweise ausgleichen. Die Bundeswehr wird das Gelände voraussichtlich bis Ende Dezember übernehmen.
