22 January 2026, 15:14

Extremforschung in der kanadischen Arktis: Wie Sedimente Klimarisiken entschlüsseln

Eine Karte des Arktischen Ozeans in Blauschattierungen, Grün- und Gelbtönen mit Textinformationen zu einem Studiengebiet.

Extremforschung in der kanadischen Arktis: Wie Sedimente Klimarisiken entschlüsseln

Emma Cameron, eine Doktorandin an der Technischen Universität Braunschweig, reist regelmäßig in die kanadische Antarktis, um die Auswirkungen des Klimawandels zu erforschen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Sedimentproben, die sie unter extremen Kältebedingungen von Seeböden entnimmt. Ziel der Forschung ist es, lokale Gemeinschaften besser zu schützen – durch präzisere Risikobewertungen und die Optimierung von Umweltüberwachungsmaßnahmen.

Cameron ist Teil des Forschungsverbunds ThinIce, der untersucht, wie der Klimawandel den arktischen Permafrostboden verändert und welche Folgen das für die Ausbreitung von Schadstoffen aus alten Bohschlammgruben hat. Mit einem Sedimentbohrer entnimmt sie Proben, die sie oft mit bloßen Händen in eiskaltem Wasser sichert. Die nun an der TU Braunschweig gelagerten Bohrkerne enthalten Spuren winziger Tiere, Algen und chemischer Substanzen – ein Archiv, das die Umweltgeschichte der Region entschlüsselt.

Feldforschung in der Arktis erfordert Improvisationstalent. Extreme Kälte und unberechenbares Wetter führen häufig zu technischen Pannen, sodass Cameron spontan Lösungen finden muss. Eng arbeitet sie dabei mit indigenen Gemeinschaften zusammen, deren Wissen über Navigation und gezielte Probennahme unverzichtbar ist. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige Bohschlammgruben absinken. Diese Senkungen könnten Schadstoffen den Weg in nahegelegene Seen ebnen – mit Risiken für Ökosysteme und die Menschen, die von ihnen abhängen.

Camerons Forschung zielt darauf ab, Prioritäten für die Überwachung von Arktis-Verschmutzung klarer zu definieren. Durch die Analyse von Sedimentarchiven und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften will sie Datengrundlagen schaffen, die eine sicherere Umweltpolitik ermöglichen. Die Erkenntnisse könnten helfen, sowohl die fragilen Ökosysteme der Region als auch ihre Bewohnerinnen und Bewohner besser zu schützen.

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