01 February 2026, 03:08

Deutschland startet radikale Moor-Renaturierung – eine Million Hektar bis 2045 geplant

Eine detaillierte Schwarz-Weiß-Karte von Neufundland, die geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bietet.

Deutschland startet radikale Moor-Renaturierung – eine Million Hektar bis 2045 geplant

Deutschland steht vor einer großen Offensive zur Renaturierung von Mooren als Teil seiner Klimastrategie. Der Wissenschaftliche Beirat für Natürlichen Klimaschutz (WBN) fordert verbindliche Maßnahmen – selbst ohne Zustimmung der Grundeigentümer. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2045 soll eine Million Hektar Moor wiederhergestellt werden, um Emissionen zu senken und die Kohlenstoffspeicherung zu stärken.

Auch die Anpassung der Wälder spielt eine Rolle, wobei alte Buchenwälder als Schlüsselgebiete für eine verbesserte CO₂-Bindung hervorgehoben werden. Doch im Mittelpunkt stehen die Moore, insbesondere in Niedersachsen, wo acht Prozent der deutschen Moorflächen liegen und mit erheblichen Veränderungen zu rechnen ist.

Die jüngsten Empfehlungen des WBN markieren einen Wandel von freiwilligen zu verpflichtenden Maßnahmen. Während bisherige Bemühungen auf die Zusammenarbeit mit Grundbesitzern setzten, argumentiert der Beirat nun, dass eine gesetzliche Renaturierung unvermeidbar sein könnte. Dazu gehört das Ende von Subventionen für die Trockenlegung von Mooren sowie die Streichung von EU-Agrarsubventionen (GAP-Zahlungen) in Gebieten, in denen eine Wiedervernässung möglich wäre.

Um die renaturierten Flächen wirtschaftlich tragfähig zu machen, schlägt der WBN Paludikultur vor – eine nasse Bewirtschaftung von Mooren – sowie klimagerechte Anbaumethoden wie Agroforstwirtschaft und Streifenanbau. Bei vollständiger Umsetzung könnten diese Maßnahmen zusammen mit weiteren Moorschutzprojekten jährlich rund 40 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.

Bisher sind die Fortschritte jedoch uneinheitlich. Bis Anfang 2026 gibt es keine genauen bundesweiten Zahlen zu renaturierten Moorflächen. Dennoch zeigen einzelne Projekte Bewegung: NABU und REWE haben 3.200 Hektar für die Wiedervernässung gesichert, weitere 1.100 sind geplant. In Kalkriese wurden bereits "mehrere hundert" Hektar renaturiert, mit einem Ziel von insgesamt 5.000 Hektar. Bundesweit sind auf 1,5 Millionen Hektar Maßnahmen geplant oder bereits im Gange, darunter auch Moor-Wiedervernässungen.

Niedersachsen mit seinen ausgedehnten Moorflächen wird dabei ein zentraler Schwerpunkt sein. Die Moore des Landes machen einen beträchtlichen Teil der deutschen Gesamtfläche aus, was bedeutet, dass lokale Landwirte und Grundbesitzer in den kommenden Jahren mit weitreichenden Anpassungen konfrontiert sein könnten.

Um das Ziel bis 2045 zu erreichen, müssten jährlich 50.000 Hektar Moor renaturiert werden. Ohne vollständige Kooperation der Landwirte könnten zwingende Regelungen greifen. Der wirtschaftliche Wandel hin zu Paludikultur und klimaintelligenter Landwirtschaft soll ökologische Notwendigkeiten mit einer nachhaltigen Flächennutzung in Einklang bringen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bei Erfolg könnte die Strategie erhebliche Emissionsreduktionen bringen und gleichzeitig die Kohlenstoffspeicherung in Mooren und angepassten Wäldern verbessern. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die ambitionierten Ziele realistisch bleiben.