Deutsche Bahn verschärft Sicherheit: Körperkameras und KI gegen Gewalt in Regionalzügen
H.-Dieter HuhnDeutsche Bahn verschärft Sicherheit: Körperkameras und KI gegen Gewalt in Regionalzügen
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen gegen steigende Gewalt in Regionalzügen ein
Die Deutsche Bahn (DB) reagiert mit einem Paket neuer Sicherheitsvorschriften auf die zunehmende Gewalt in ihren Regionalverkehrsdiensten. Der Schritt folgt auf einen besorgniserregenden Anstieg von Übergriffen in mehreren Bundesländern – trotz eines leichten Rückgangs der Vorfälle auf nationaler Ebene im vergangenen Jahr.
Das Unternehmen wird verschiedene Schutzinstrumente für Mitarbeiter einführen, darunter Körperkameras, stichfeste Westen und eine KI-gestützte Konflikterkennung. Körperkameras sind bereits im Einsatz und zeigen laut Berichten eine deutliche abschreckende Wirkung. Bis August sollen alle betroffenen Beschäftigten in ihrer Handhabung geschult werden.
Ab Juli testet die DB Regio stichfeste Schutzwesten für das Servicepersonal im Kundenkontakt. Die Westen sollen in besonders riskanten Situationen zusätzlichen Schutz bieten. Parallel dazu erprobt das Unternehmen „1-zu-1-Begleitungen“ und den Doppelbesetzung in kundenorientierten Bereichen, um aggressive Zwischenfälle besser zu bewältigen.
Auch die Deeskalationstrainings werden erweitert – um ein neues Modul zur Durchsetzungsfähigkeit in Konfliktsituationen. Ziel ist es, den Mitarbeitern bessere Fähigkeiten im Umgang mit angespannten Interaktionen zu vermitteln. Gleichzeitig setzt die DB auf KI, um Echtzeit-Kameraaufnahmen auszuwerten und potenzielle Konflikte schneller zu erkennen. Ein Pilotprojekt in Bremen bestätigte, dass das System datenschutzkonform funktioniert.
Obwohl körperliche Angriffe bundesweit 2025 um sieben Prozent zurückgingen, verzeichneten einige Regionen einen deutlichen Anstieg. In Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen Baden-Württembergs stiegen die Vorfälle im gleichen Zeitraum um 15 Prozent.
Die neuen Maßnahmen sind Teil der Reaktion der DB auf anhaltende Sicherheitsbedenken ihrer Belegschaft. Körperkameras, Schutzausrüstung und KI-Überwachung werden in den kommenden Monaten schrittweise eingeführt. Die Schulungen für alle betroffenen Mitarbeiter sollen bis August abgeschlossen sein, um eine flächendeckende Umsetzung der aktualisierten Sicherheitsstandards zu gewährleisten.






