Delaware-Gericht kippt Musks 55,8-Milliarden-Vergütung bei Tesla – und stellt Aufsichtsrat bloß
H.-Dieter HuhnDelaware-Gericht kippt Musks 55,8-Milliarden-Vergütung bei Tesla – und stellt Aufsichtsrat bloß
Del. Court Of Chancery Ordnet Aufhebung von Musks 55,8 Mrd. USD Tesla-Entschädigungsplan
In 2009 und 2012 einigten sich Tesla, Inc. und sein Gründer und CEO Elon Musk auf Entschädigungspläne mit umfangreichen Aktienoptionsvergütungen, die in Tranchen verfallen würden...
2024-05-07T04:00:00+00:00
finance, business
Delaware-Gericht kippt Musks 55,8-Milliarden-Dollar-Vergütungspaket bei Tesla
Vorspann Schon 2009 und 2012 hatte Tesla, Inc. mit seinem Gründer und CEO Elon Musk Vergütungsvereinbarungen getroffen, die umfangreiche Aktienoptionsprogramme vorsahen – gestaffelt in Tranchen, die schrittweise freigegeben werden sollten.
Artikeltext Ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware hat das umstrittene Vergütungspaket von Elon Musk aus dem Jahr 2018 für ungültig erklärt und es als unangemessen für das Unternehmen eingestuft. Die Richterin folgte damit einer Klage gegen das 55,8 Milliarden US-Dollar schwere Gehaltspaket, das seinerzeit vom Tesla-Aufsichtsrat und den Aktionären abgesegnet worden war. Richterin Kathaleen McCormick urteilte, dass bei der Abstimmung entscheidende Informationen vorenthalten wurden.
Tesla und Musk hatten bereits 2009 und 2012 Vergütungsmodelle vereinbart, die jeweils große Aktienoptionsprogramme beinhalteten. Die 2012 geschlossene Vereinbarung galt für zehn Jahre – doch schon 2017 stand Tesla kurz davor, die gesetzten Ziele zu erreichen.
2018 billigte der Tesla-Aufsichtsrat – ohne Musks Beteiligung – ein neues Paket im Wert von bis zu 55,8 Milliarden Dollar. Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass den Aktionären vor der Abstimmung nicht offenbart wurde, dass Musk bereits frühzeitig in Verhandlungen über das Paket eingetreten war. Zudem verwies es auf Interessenkonflikte bei den Direktoren: Viele von ihnen pflegten persönliche Beziehungen zu Musk oder bezogen hohe Gehälter.
Die Richterin stellte fest, dass Musk den Prozess dominiert habe, während die externen Direktoren mit einer "gesteuerten Denkweise" agierten. Sie wies seine Behauptung zurück, eine Annullierung des Pakets würde ihn ohne Vergütung zurücklassen – schließlich besitze er bereits einen beträchtlichen Anteil an Tesla, der ihm erhebliche finanzielle Vorteile bringe.
Das Gericht verfügte die Rückabwicklung des 2018 beschlossenen Vergütungsplans, da dieser Tesla nicht in vollem Umfang gerecht werde. Die Entscheidung unterstreicht die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit des Aufsichtsrats und der Transparenz bei Musks Gehaltsregelungen. Tesla muss nun angesichts des Urteils seine Vergütungspraxis für Führungskräfte überprüfen.
