24 March 2026, 10:32

Dänemarks Apotheken im Wandel: Wie Reformen und Wettbewerb die Branche verändern

Schwarz-weiß-Foto eines alten Apothekeninneren in New Orleans mit Hockern, Tischen, Flaschen und Glasfenstern, mit Text oben.

Dänemarks Apotheken im Wandel: Wie Reformen und Wettbewerb die Branche verändern

Dänemarks Apothekenbranche durchläuft seit 2001 tiefgreifende Veränderungen, geprägt von Marktliberalisierung und strengeren finanziellen Vorgaben. Zwar ist die Zahl der Filialen stark gestiegen, doch wachsender Wettbewerb und wirtschaftliche Zwänge zwingen viele traditionelle Apotheken zum Umdenken oder zur Verkleinerung.

Mit den Reformen ab 2001 lockerten sich die Besitzregeln für Apotheken. Eine zentrale Neuerung erlaubte Mehrfachbesitz, wodurch die Zahl der Einzelinhaber von 220 auf 176 sank. Aktuell leitet eine durchschnittliche Apothekenleitung 3,10 Standorte – 2015 waren es noch 1,95.

Die Gesamtzahl der Apotheken stieg von 76 auf 301, doch seit 2021 flacht das Wachstum ab. Viele mussten ihre Aktivitäten reduzieren, während ad-hoc-Rezeptabgabestellen – besetzt mit Pharmazeutisch-technischen Assistenten statt voll ausgebildeten Apothekern – an Bedeutung gewannen. Diese kleineren Filialen dürfen verschreibungspflichtige Medikamente abgeben, arbeiten aber mit geringeren Betriebskosten.

Die finanziellen Belastungen verschärften sich ebenfalls. Seit 2014 überschreiten Apotheken regelmäßig die Umsatzgrenzen, was zu Kürzungen der Packungszuschläge führt. Eine "Branchenabgabe" verpflichtet sie zudem, Mehreinnahmen zurückzuerstatten. Gleichzeitig nimmt der Konkurrenzdruck durch Handelsketten im frei verkäuflichen Segment zu.

Neue Vertriebsformen wie Verkaufsstellen für rezeptfreie Medikamente und Medikamenten-Abholstationen verbreiten sich rasant. Allerdings fehlen Daten dazu, wie viele Abholstationen vor Oktober 2021 existierten. Die Besitzer – an staatliche Vorgaben gebunden – müssen bis 70 arbeiten und dürfen ihre Apotheke nur zum Buchwert übertragen, was jeden Gewinnanreiz ausschließt.

Die Reformen erleichterten den Medikamentenzugang durch mehr Filialen und Abholpunkte. Doch strengere Finanzkontrollen und zunehmender Wettbewerb zwingen traditionelle Apotheken zur Anpassung. Mit Besitzkonzentration und weniger Neueröffnungen scheint sich das Branchenwachstum nun zu stabilisieren.

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