Cuxhaven setzt auf bahnbrechende Spundwand-Technologie für klimaneutrale Energieversorgung
Lidia HartungCuxhaven setzt auf bahnbrechende Spundwand-Technologie für klimaneutrale Energieversorgung
Ein wegweisendes Energieprojekt soll die Wärme- und Kälteversorgung im Alten Fischereihafen von Cuxhaven revolutionieren. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz fördert ein 1,4 Millionen Euro teures Spundwand-System – das größte seiner Art in Deutschland. Diese innovative Technologie wird ab 2026 Meerwasser nutzen, um den gesamten Stadtteil klimaneutral mit Energie zu versorgen.
Die neue Spundwand wird eine Heizleistung von 2.050 kW erbringen. Jährlich sollen rund 5.000 MWh thermische Energie aus dem Hafenbecken gewonnen werden, wobei die Konstruktion wie ein riesiger Wärmetauscher fungiert. Die zurückgewonnene Wärme wird über Großwärmepumpen verteilt, um eine Fläche von etwa 61.000 m² zu beheizen und zu kühlen.
Die Aquathermie – die Nutzung von Energie aus Gewässern – spielt eine zentrale Rolle in der Klimaschutzstrategie Niedersachsens. Das Projekt ist Teil einer breiter angelegten Initiative, um Heizsysteme von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen. Während Ulm derzeit die einzige deutsche Stadt mit einer voll funktionsfähigen, thermisch aktivierten Spundwand ist, laufen ähnliche Pilotprojekte bereits in Nürnberg, München und Hannover.
Die Gesamtinvestition für das Cuxhavener Vorhaben beläuft sich auf 3,135 Millionen Euro. Ein Zuschuss in Höhe von 1,4 Millionen Euro deckt 45 Prozent der Kosten, der Rest wird aus anderen Quellen finanziert. Nach Fertigstellung soll das System als Vorbild für eine nachhaltige Quartiersenergieversorgung in der Region dienen.
Das Projekt in Cuxhaven wird eine klimaneutrale Wärme- und Kälteversorgung für ein großes innerstädtisches Gebiet liefern. Bis 2026 wird es zu einer noch kleinen, aber wachsenden Zahl deutscher Städte gehören, die diese Technologie nutzen. Die Initiative markiert einen wichtigen Schritt in Niedersachsens Bemühungen, CO₂-Emissionen durch erneuerbare Energielösungen zu reduzieren.
Cuxhavens Energiespundwand: Schlüsselfakten und Umweltauswirkungen
Das Energiespundwand-Projekt in Cuxhaven präsentiert nun detaillierte Umweltkennzahlen. 1.200 Meter Kaiwand und 5.000 m² Wasseroberfläche werden Energie erzeugen. Über 20 Jahre könnte es 28.322 Tonnen CO₂ einsparen – 1.416 Tonnen jährlich. Das System hat eine 100-jährige Lebensdauer und funktioniert das ganze Jahr über. Diese Zahlen unterstreichen seine Rolle als Modell für nachhaltige Stadtentwicklung.