28 March 2026, 10:34

Christian Dobrick outet sich als schwul – und stellt den Fußball vor eine Zäsur

Eine Frau in einem weißen Hemd steht entschlossen vor einer Wand und hält ein Schild hoch, auf dem in fetten schwarzen Buchstaben "LGBTQ+ Lives Matter" steht.

Christian Dobrick outet sich als schwul – und stellt den Fußball vor eine Zäsur

Christian Dobrick, U19-Trainer des FC St. Pauli, hat sich kürzlich als schwul geoutet. Seine Offenlegung hat die Debatte über Homosexualität im Fußball neu entfacht – insbesondere in den professionellen Männerligen. Während der Frauenfußball seit Langem offener mit dem Thema umgeht, wird es im Männerbereich nach wie vor weitgehend tabuisiert.

Dobricks Entscheidung, öffentlich über seine sexuelle Orientierung zu sprechen, ging mit scharfer Kritik einher. Er wies auf das anhaltende Tabu hin, das Homosexualität im Männerprofifußball umgibt. Anders als im Frauenfußball, wo Akzeptanz längst selbstverständlicher ist, hat sich noch nie ein aktiver Spieler in den ersten drei deutschen Männerligen geoutet.

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, forderte daraufhin mehr Offenheit. Er betonte, der Verein werde jeden Spieler oder Trainer, der sich oute, voll und ganz unterstützen – einschließlich des Schutzes vor Medien- oder Online-Angriffen. Hoeneß machte deutlich, dass er kein Problem darin sehe, wenn die sexuelle Orientierung eines Trainers öffentlich bekannt ist.

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Der Kontrast zwischen Männer- und Frauenfußball bleibt eklatant. Während LGBTQ+-Spielerinnen in der Frauen-Bundesliga nach aktuellem Stand keine strukturellen Hürden erfahren, gibt es keine öffentlich zugänglichen Zahlen dazu, wie viele sich tatsächlich geoutet haben. Dobricks Coming-out lenkt jedoch erneut den Fokus auf das Schweigen, das den Männerprofifußball nach wie vor prägt.

Sein Schritt setzt die Männerligen unter Druck, ihren Umgang mit schwulen Spielern und Mitarbeitern zu überdenken. Die Unterstützungszusage des FC Bayern München könnte einen Wandel einläuten. Doch die Tatsache bleibt: In den ersten drei deutschen Ligen hat sich noch nie ein aktiver Profi geoutet – das Thema bleibt auf höchster Ebene ungelöst.

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