23 May 2026, 20:28

Bundesregierung senkt Luftverkehrsabgabe – doch die Krise der Airlines bleibt

Triple Whammy trifft die Luftfahrtindustrie

Bundesregierung senkt Luftverkehrsabgabe – doch die Krise der Airlines bleibt

Die deutsche Bundesregierung hat eine Senkung der Luftverkehrsabgabe um 16,1 Prozent vorgeschlagen. Mit diesem Schritt soll eine Branche stabilisiert werden, die mit steigenden Kosten und rückläufigen Passagierzahlen zu kämpfen hat. Die Entscheidung folgt auf eine umstrittene Steuererhöhung zu Beginn dieses Jahres.

Im Mai 2024 hatte Deutschland die Luftverkehrssteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent angehoben. Die aktuelle Reform kehrt diesen Anstieg nun wieder zurück und setzt die Sätze auf das vorherige Niveau herab. Trotz dieser Anpassung bleibt die Luftfahrtbranche jedoch weiterhin massivem finanziellen Druck ausgesetzt.

Die Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2022 mehr als verdoppelt. Treibstoff macht mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus und belastet die Gewinnmargen stark. Allein die Lufthansa rechnet in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.

Die Erholung der Branche verläuft nur zögerlich. Deutsche Flughäfen verzeichneten 2025 insgesamt 219,8 Millionen Passagiere – das sind immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Zudem sind rund 10.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt gefährdet, was die Sorgen um die Zukunft des Sektors weiter verstärkt.

Die politische Debatte über die Steuer hält derweil an. Die AfD fordert, die Abgabe vollständig bis zum 1. Dezember 2024 abzuschaffen. Gleichzeitig könnte die bevorstehende Nationale Luftfahrtstrategie Deutschlands, die Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau im Juni vorstellen wird, Schwierigkeiten haben, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wiederherzustellen.

Die Herausforderungen beschränken sich nicht auf Deutschland. Im Mai 2023 stellte die Fluggesellschaft Spirit Airlines nach 62 Jahren den Betrieb ein – ein weiteres Zeichen für die globale Instabilität der Branche.

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Die geplante Steuersenkung bringt den Airlines zwar etwas Entlastung angesichts hoher Treibstoffkosten und schwacher Nachfrage. Angesichts steigender Arbeitsplatzverluste und eines Passagieraufkommens, das weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegt, bleibt die Erholung der Branche jedoch unsicher. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob Deutschland in diesem volatilen Markt wieder Fuß fassen kann.

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