13 March 2026, 22:35

Buchhandelspreis: Drei Buchhandlungen nach Verfassungsschutz-Vorwürfen ausgeschlossen

Ein offenes Buch mit dem Titel "Eine Ansprache vor einer Versammlung der Mitglieder und Freunde der Pennsylvania Anti-Slavery Society während der jährlichen Messe" auf dem Cover, das eine Seite mit schwarzem Text zeigt.

Buchhandelspreis: Drei Buchhandlungen nach Verfassungsschutz-Vorwürfen ausgeschlossen

Drei Buchhandlungen wurden von der Shortlist für den renommierten Deutschen Buchhandelspreis gestrichen. Kulturminister Wolfram Weimer schloss sie aus und berief sich dabei auf Bedenken im Zusammenhang mit dem Verfassungsschutz. Die Entscheidung löste scharfe Kritik der Gewerkschaft ver.di aus, die darin einen direkten Angriff auf die kulturelle Freiheit sieht.

Zu den ausgeschlossen Betrieben gehören die Buchhandlung "Rote Straße" in Göttingen und "The Golden Shop", die beide mit dem ver.di-Landesverband verbunden sind. Ein drittes Geschäft in Berlin wurde ebenfalls von der Liste genommen. Weimer rechtfertigte seinen Schritt mit der Begründung, öffentliche Gelder dürften nicht an "Staatsfeinde" fließen.

Eine unabhängige Jury hatte die Buchhandlungen ursprünglich für ihre Verdienste um die literarische Kultur ausgewählt. Weimer setzte sich jedoch über diese Entscheidung hinweg und argumentierte, "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" rechtfertigten den Ausschluss. Sein Eingreifen stößt auf massive Ablehnung.

Andrea Wemheuer, Vorsitzende des ver.di-Landesverbands, verurteilte die Streichung als "katastrophal". Sie betonte, Buchhandlungen seien unverzichtbare Orte des kulturellen Austauschs und der Debatte. Die Gewerkschaft zeigte sich solidarisch mit den betroffenen Läden und warnte, das Vorgehen des Ministers schaffe ein gefährliches Präzedenzfall.

Die Kontroverse wirft nun Fragen nach politischem Einfluss auf Kulturpreise auf. Die drei Buchhandlungen können trotz ihrer vorherigen Anerkennung nicht mehr um die Auszeichnung konkurrieren. Ver.di kündigte an, die Entscheidung anzufechten und fordert mehr Transparenz im Auswahlverfahren.

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