24 January 2026, 16:42

Braunschweigs neuer Platz ehrt Ex-Bürgermeister Uwe Jordan – doch die Debatte geht weiter

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Stadtplatzes mit einem Denkmal in der Mitte, umgeben von Gebäuden, Straßenlaternen, Gittern und einem klaren Himmel, mit Text am unteren Bildrand.

Braunschweigs neuer Platz ehrt Ex-Bürgermeister Uwe Jordan – doch die Debatte geht weiter

Ein neu gestalteter Platz an der Hochstraße in Braunschweig soll bald den Namen von Uwe Jordan tragen, dem langjährigen Bezirksbürgermeister der Stadt. Die Entscheidung fiel nach einer hitzigen Debatte darüber, ob der Platz stattdessen Agnes Pockels ehren sollte, eine bahnbrechende Wissenschaftlerin aus Braunschweig. Lokale Politiker stritten darüber, wie die Geschichte der Stadt am besten gewürdigt werden kann.

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Der Vorschlag, den Platz nach Uwe Jordan zu benennen, stammte von der SPD und wurde mit knapper Mehrheit angenommen. Jordan engagierte sich über 25 Jahre im Bezirksrat des Östlichen Ringgebiets, davon 18 Jahre als Bürgermeister. Sein langjähriger Einsatz machte ihn zu einer prägenden Figur der kommunalen Politik.

Die Grünen hatten sich dafür eingesetzt, den Platz Agnes Pockels zu widmen, einer in Braunschweig geborenen Forscherin, die trotz geschlechtsspezifischer Hürden wegweisende Beiträge leistete. Zwar gibt es bereits eine Pockelsstraße in der Stadt, diese ist jedoch nicht nach ihr benannt. Die Grünen argumentierten, ein Platz oder Park wäre eine deutlichere Würdigung und vermeide Verwechslungen mit bestehenden Straßennamen. Als Kompromiss schlugen sie vor, drei verschiedene Orte nach Uwe Jordan, Käthe Buchler und Agnes Pockels zu benennen. Doch letztlich setzte sich der Ein-Namen-Vorschlag der SPD durch. Kritiker, darunter die Grünen, bezeichneten die Entscheidung als verpasste Chance, die Geschlechtergerechtigkeit in Braunschweigs Tradition der Ehrungen zu stärken.

Der Platz an der Hochstraße wird nun offiziell Uwe Jordans Namen tragen. Die Debatte zeigte die anhaltenden Diskussionen darüber auf, wie Braunschweig seine historischen Persönlichkeiten würdigt. Agnes Pockels bleibt vorerst ohne eigenen öffentlichen Gedenkort in ihrer Heimatstadt.