Braunschweig testet bahnbrechende CO₂-Filterung in Biomasse-Heizkraftwerk
Ekkehard ScheelBraunschweig testet bahnbrechende CO₂-Filterung in Biomasse-Heizkraftwerk
Pilotprojekt in Braunschweig: CO₂ aus Biomasse-Heizkraftwerk soll eingefangen werden
Ein neues Pilotprojekt in Braunschweig zielt darauf ab, Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, indem CO₂ aus einem Biomasse-Heizkraftwerk abgetrennt wird. Die Anlage an der Hamburger Straße verbrennt Altholz zur Energieerzeugung und setzt dabei biogenes CO₂ frei. Nun testen Unternehmen eine Technologie, mit der diese Emissionen gefiltert und gespeichert werden sollen, bevor sie in die Atmosphäre gelangen.
Die BS Energy leitet zwei Machbarkeitsstudien im Biomasse-Heizkraftwerk, das im Auftrag von Veolia Deutschland betrieben wird. Das Projekt untersucht, wie die CO₂-Abscheidung in den Anlagenbetrieb integriert werden kann. Bei der sogenannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) wird das Kohlendioxid aus den Abgasen der Anlage herausgefiltert, bevor es in die Luft entweicht.
An der Initiative sind mehrere große Energieunternehmen beteiligt. Neben BS Energy analysieren Uniper und RWE Generation (über ein Joint Venture) den Prozess. Das Unternehmen Carbon Clean Solutions stellt die auf Aminen basierende Technologie bereit, die für die Abscheidung der Emissionen benötigt wird. Die Pilotstudie 2024 ist einer der ersten Versuche in Deutschland, CCS in einem Biomassekraftwerk einzusetzen. Bei Erfolg könnte die Anlage eine negative CO₂-Bilanz erreichen: Statt das Gas freizusetzen, würde es gespeichert oder für eine Weiterverwendung transportiert werden. Damit würde aus der Anlage ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
Das Projekt könnte wegweisend für die Reduzierung von Emissionen aus der Biomasseenergie sein. Durch die Abscheidung und Wiederverwertung von CO₂ ließe sich der ökologische Fußabdruck der Anlage verringern, während weiterhin Strom und Wärme erzeugt werden. Die Ergebnisse der Studie werden zeigen, ob sich die Technologie im großen Maßstab einsetzen lässt.
