Brantner will alle Generationen in die Pflicht nehmen – doch wie?
Ekkehard ScheelBrantner will alle Generationen in die Pflicht nehmen – doch wie?
Brantner fordert einen „neuen Generationenvertrag“
Teaser: Grünen-Chefin Franziska Brantner will nicht nur junge Menschen, sondern alle Generationen in die Landesverteidigung und gesellschaftliche Aufgaben einbinden. Mit Blick auf den Wehrdienst werde ihre Partei die Bundesregierung auffordern, den Fokus auf freiwilliges Engagement zu legen, sagte sie dem Sender Phoenix am Rande des Grünen-Parteitags in Hannover.
30. November 2025, 08:31 Uhr
Ein neuer Vorschlag für ein verpflichtendes „gesellschaftliches Dienstjahr“ hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner plädiert dafür, dass sich alle Generationen – und nicht nur die Jugend – an der Bewältigung nationaler Herausforderungen beteiligen sollten. Die Idee knüpft an frühere Anregungen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an und entsteht vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Die Grünen wollen eine Enquete-Kommission einsetzen, um das Konzept eines „gesellschaftlichen Dienstjahres“ zu prüfen. Dieser Dienst soll als Alternative zur Wehrpflicht dienen, die im Bundestag weiterhin umstritten ist. Steinmeier hatte die Idee erstmals um den 5. Dezember 2025 herum in die öffentliche Diskussion eingebracht und zu einer breiten Debatte aufgerufen.
Brantner betont, dass die Last nicht allein bei den Jungen liegen dürfe. Sie schlägt vor, dass sich auch ältere Generationen – einschließlich ihrer eigenen – in Katastrophenschutz und Resilienzmaßnahmen einbringen. Zwar spricht sie sich für freiwillige Dienste in der Bundeswehr aus, räumt aber ein, dass junge Menschen weiterhin Musterungsfragebögen ausfüllen müssten.
Die Grünen-Politikerin unterstreicht zudem, wie wichtig es ist, junge Menschen in die Diskussion einzubinden. Ihre Generation habe bereits mehrere Krisen durchlebt – von der Pandemie bis zur Energiekrise. Brantner fordert einen neuen generationenübergreifenden Pakt, bei dem jede Altersgruppe einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben leistet.
Der Vorschlag verlagert den Schwerpunkt von der Wehrpflicht hin zu einem breiteren bürgerschaftlichen Engagement. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Art und Weise verändern, wie Deutschland Landesverteidigung und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit angeht. Als nächsten Schritt wollen die Grünen das Vorhaben über eine Enquete-Kommission konkretisieren.
