30 March 2026, 14:34

Berliner Tafel kämpft gegen Rekordnachfrage – wie Freiwillige das System am Laufen halten

Eine Gruppe von Menschen vor einem Supermarkt, einige halten Einkaufstaschen, mit einem Einkaufswagen, Topfpflanze, Regalen, Schildern und Deckenleuchten im Hintergrund.

Berliner Tafel kämpft gegen Rekordnachfrage – wie Freiwillige das System am Laufen halten

Lange Schlangen vor Berlins Tafeln sind längst zum gewohnten Bild geworden. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe nennt die Lage ein "Alarmsignal an die Bundesregierung". Unterdessen engagieren sich Freiwillige wie Anne, Uschi und Marianne unermüdlich, um in einem Neuköllner Supermarkt Spenden für die Berliner Tafel zu sammeln.

Die Berliner Tafel verteilt derzeit monatlich rund 660 Tonnen Lebensmittel. Ihr Netzwerk aus 48 "Brot & Seele"-Einrichtungen versorgt etwa 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen. Ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge sorgen dafür, dass die Spenden in der ganzen Stadt verteilt werden.

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Die aktuelle Kampagne "Noch eins!" läuft noch bis zum 4. April 2026 und ist Teil der Osteraktion. Kund:innen in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland werden aufgefordert, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es den Freiwilligen an der Kasse zu überlassen. Eine ähnliche Aktion findet auch zum Erntedankfest und zu Weihnachten statt – und bringt so tausende Kilogramm zusätzliche Lebensmittel ein.

Anne, mit 33 die jüngste Freiwillige, kombiniert ihre Arbeit in der Feinkostabteilung des KaDeWe mit Einsätzen bei der Tafel. Gemeinsam mit anderen wie Uschi und Marianne sammelt sie Spenden, die das System am Laufen halten. Das Tafel-Netzwerk, 1993 gegründet, hat sich seitdem zu einer der größten sozialen Bewegungen Deutschlands entwickelt – mit über 970 lokalen Tafeln und mehr als 2.000 Ausgabestellen bundesweit.

Die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe hat sich seit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der steigenden Inflation fast verdoppelt. Immer mehr Familien sind auf die Unterstützung angewiesen, was die Ehrenamtlichen und die Ressourcen vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Die Berliner Tafel baut ihr Angebot weiter aus, doch die wachsenden Schlangen zeigen tiefe wirtschaftliche Probleme auf. Mit Kampagnen wie "Noch eins!" ist die Organisation auf die Großzügigkeit der Bevölkerung angewiesen, um die steigende Nachfrage zu decken. Die nächsten großen Sammelaktionen finden zum Erntedankfest und in der Weihnachtszeit statt.

Quelle