Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch Probleme bleiben
Lidia HartungBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb
Nach einer langwierigen Vollsperrung, die im August 2023 begann, ist die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wiedereröffnet worden. Die Strecke, eine der wichtigsten Verbindungen für den Fern-, Regional- und Güterverkehr, erlitt während der Sanierungsarbeiten immer wieder Rückschläge. Die Verzögerungen verschoben die geplante Wiederinbetriebnahme von Anfang Mai auf Mitte Juni – deutlich später als ursprünglich vorgesehen.
Ursprünglich waren die Bauarbeiten mit geschätzten Kosten von 2,2 Milliarden Euro veranschlagt worden, doch am Ende beliefen sich die Ausgaben auf 2,7 Milliarden Euro. Ein einkalkulierter Puffer von 300 Millionen Euro wurde aufgrund der anhaltenden Verzögerungen vollständig aufgebraucht. Strenger Frost im Januar und Februar verschärfte die Situation zusätzlich, da der gefrorene Boden die Bauarbeiten wochenlang zum Erliegen brachte.
Mitte Juni konnte die Strecke schließlich wieder befahren werden – doch schon bald traten neue Probleme auf: Aufzüge fielen aus, und die Züge verkehrten nicht wie geplant. Während der Sperrung waren Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet worden, was die Fahrzeiten deutlich verlängerte. Regionalreisende mussten monatelang auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen.
Die Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) ist zudem noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet, dass eine weitere längere Vollsperrung notwendig sein wird, um die Arbeiten abzuschließen. Branchenkritiker hinterfragen inzwischen das Konzept umfangreicher Komplettsanierungen, die mit langen Unterbrechungen und explodierenden Kosten verbunden sind.
Zwar ist die Strecke Hamburg–Berlin nun wieder befahrbar, doch einige Baustellen bleiben ungelöst. Die unvollendete ETCS-Einführung erfordert weitere Sperrpausen, und die Gesamtkosten des Projekts liegen weit über dem ursprünglichen Budget. Sowohl Fahrgäste als auch der Güterverkehr spüren noch immer die Folgen der langwierigen Modernisierungsarbeiten.
