29 June 2026, 18:54

Bachmann-Preis 2024: Doppelsieg für Schaette und scharfe Branchenkritik

Gegen alles Frontal

Bachmann-Preis 2024: Doppelsieg für Schaette und scharfe Branchenkritik

Die Preisträger:innen des diesjährigen Bachmann-Preises stehen fest. Der renommierte Literaturwettbewerb bot starke Auftritte und scharfe Kritik – sowohl von den Autor:innen als auch von der Jury. Mehrere Schriftsteller:innen wurden für ihre eigenständigen Werke und mutigen Aussagen ausgezeichnet.

Schaette gewann den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis für ihren Text Was wir tragen. Ihr Doppelsieg zählte zu den Höhepunkten der Veranstaltung.

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Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für seine Erzählung Vater ohne Sohn. Magdalena Schrefel sicherte sich den 3sat-Preis mit ihrem Text Kirschen, Herz in der Schlinge. Kinga Tóth überzeugte mit sprachlicher Schärfe und der Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und gewann damit den KELAG-Preis.

Slata Roschal sorgte über ihr literarisches Werk hinaus für Schlagzeilen: Unmittelbar nach ihrer Lesung kündigte sie an, die Bühne zu verlassen, und weigerte sich, der Jury gegenüberzutreten. Zudem kritisierte sie die Literaturbetriebe für ihre schlecht bezahlten Stipendien und die kargen Gewinnspannen.

Die sieben Jurorinnen analysierten die Texte der Autor:innen live. Sie hoben wirtschaftliche Themen in den Einreichungen hervor und wiesen darauf hin, wie Hierarchien oft in monetären Kategorien gemessen werden. Bezüge gab es auch zu Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan, das an einem glühend heißen Sommertag spielt und Gottvater auf der Anklagebank zeigt.

Der Bachmann-Preis präsentierte sich einmal mehr als Schauplatz von Talent und Kontroverse. Während die Preisträger:innen für ihre literarischen Leistungen geehrt wurden, rückte die Debatte über Fairness in der Branche in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung festigte ihren Ruf als Plattform für Feiern wie Kritik gleichermaßen.

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