25 June 2026, 12:22

Atommüll-Endlager: Warum Deutschlands Suche ins Stocken gerät und Gorleben zum Risiko wird

Nuklearabfall-Lagerung in Gorleben

Atommüll-Endlager: Warum Deutschlands Suche ins Stocken gerät und Gorleben zum Risiko wird

Deutschlands Suche nach einem Endlager für Atommüll droht massive Verzögerungen

Die Suche nach einem dauerhaften Endlager für hochradioaktiven Abfall in Deutschland steht vor erheblichen Rückschlägen. Das bereits seit Jahrzehnten verzögerte Verfahren könnte sich nun weit ins nächste Jahrhundert hineinziehen. Unterdessen bleibt die Zwischenlagerung des gefährlichen Mülls ein drängendes Problem.

Im Zwischenlager Gorleben in der Region Wendland lagern derzeit 113 Castor-Behälter, die zwischen 1995 und 2011 angeliefert wurden. Die zwischen 1982 und 1983 errichtete Halle verfügt über Betonwände mit einer Stärke von nur 50 Zentimetern und eine Dachplatte von lediglich 20 Zentimetern. Lokale Aktivisten spotten und nennen das Gebäude spöttisch eine „Kartoffelscheune“, da es ihrer Meinung nach kaum Schutz vor Flugzeugabstürzen, Drohnenangriffen oder Beschuss mit schweren Waffen biete.

2024 begann der Betreiber BGZ mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzbarriere um das Gelände. Im vergangenen Frühjahr wurde zudem eine Flugverbotszone eingerichtet, die bemannte Flugzeuge und private Drohnen ausschließt. Trotz dieser Maßnahmen hat BGZ einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung für Gorleben um weitere 20 Jahre gestellt – ein Schritt, den Kritiker als unzureichend für langfristige Sicherheitsanforderungen bewerten.

Die erste der 16 vorläufigen Lagergenehmigungen in Deutschland, darunter auch die für Gorleben, läuft 2034 aus. Aktivisten fordern einen Sicherheitsplan für die nächsten hundert Jahre und schlagen vor, die bestehende Halle abzureißen und durch einen modernen, zweckgebauten Neubau zu ersetzen. Selbst wenn ein Endlagerstandort gefunden wird, werden Bau und Befüllung weitere Zeit in Anspruch nehmen – ein Betrieb vor dem nächsten Jahrhundert gilt als unwahrscheinlich.

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Die anhaltende Verzögerung bei der Endlagersuche zwingt Deutschland, weiter auf Provisorien zu setzen. Die aktuelle Lagerhalle in Gorleben könnte künftigen Sicherheitsstandards nicht mehr genügen. Ohne eine langfristige Strategie wird der gefährlichste Atommüll des Landes noch auf Jahrzehnte in Zwischenlagern verbleiben.

Quelle