Asse-II-Bergung: 126.000 Atommüll-Fässer bleiben vorerst im instabilen Bergwerk
Mia StollVerwaiste Kernabfallendlager Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse-II-Bergung: 126.000 Atommüll-Fässer bleiben vorerst im instabilen Bergwerk
Die Pläne zur Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Atomendlager Asse wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gab den ursprünglichen Zeitplan aufgrund verschlechterter geologischer Bedingungen und ungelöster technischer Herausforderungen auf. Ein neuer Starttermin für die Stilllegungsmission steht derzeit nicht fest.
Das Bergwerk Asse II, das zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. 2020 legte die BGE einen Bergungsplan vor, der den Beginn der Arbeiten für das Jahr 2033 bei geschätzten Kosten von über drei Milliarden Euro vorsah. Der Entwurf enthielt jedoch keine detaillierte Planung und stützte sich auf grobe Prognosen, die sich später als unrealistisch erwiesen.
Seither hat sich der Zustand des Standorts rapide verschlechtert. Die Verformung des Steinsalzes beschleunigte sich, wobei sich einige Hohlräume um bis zu einen Meter pro Jahr verengen. Zudem nahm der Wassereintritt zu, was das Einsturzrisiko erhöht und die Stützpfeiler destabilisiert. Diese Probleme, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Berichten bis 2025 dokumentierte, zwangen die BGE, die Bergungspläne vorerst einzustellen. Stattdessen rückt nun die dauerhafte Versiegelung der Anlage in den Fokus.
Die BGE begründet die Aufgabe des ursprünglichen Zeitplans mit anhaltenden Unsicherheiten. Eine Aktualisierung zum Stand der überarbeiteten Planung wird für April erwartet.
Obwohl das Bundesrecht die umgehende Stilllegung des Standorts Asse vorschreibt, hat die BGE bisher keine neue Bergungsstrategie vorgelegt. Die verworfene Zeitplanung hinterlässt 126.000 Fässer mit Atommüll an Ort und Stelle – ohne klare Perspektive für ihre Bergung. Die weiteren Schritte hängen vom April-Bericht der BGE und zusätzlichen Bewertungen der Standsicherheit des Bergwerks ab.