Aschura-Marsch in Berlin: Warum Kinder an Seilen gefesselt Empörung auslösen
H.-Dieter HuhnAschura-Marsch in Berlin: Warum Kinder an Seilen gefesselt Empörung auslösen
Aschura-Marsch in Berlin löst Empörung aus – Kinder bei Nachstellung an Seilen gefesselt
Eine Demonstration anlässlich eines schiitischen religiösen Festes in Berlin hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei einer historischen Nachstellung mit Seilen zusammengebunden wurden. Die Veranstaltung, die bei extremer Hitze stattfand, zog Kritik von Behörden und jüdischen Interessenverbänden auf sich. Videos und Bilder der Szene verbreiteten sich anschließend in den sozialen Medien.
Der „Aschura-Marsch“ war als Solidaritätsbekundung mit unterdrückten Menschen weltweit angekündigt worden. Rund 600 Teilnehmer versammelten sich, doch die Temperaturen stiegen auf 40°C, was bei mehreren Personen zu hitzebedingten gesundheitlichen Problemen führte. Die Organisatoren unterbrachen den Zug, um den Teilnehmern eine Pause und Flüssigkeitsaufnahme zu ermöglichen, und sagten eine geplante Zwischenkundgebung ab.
Während der Demonstration wurden Kinder mit Seilen aneinandergebunden, um eine historische Entführung nachzustellen. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) teilte Aufnahmen der Szene, was umgehend scharfe Kritik auslöste. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte die Einbindung von Kindern und bezeichnete es als „inakzeptabel, sie bei solchen Kundgebungen zu instrumentalisieren oder auszunutzen“.
Die Polizei bestätigte, dass die Veranstaltung insgesamt friedlich verlief und weder in Parolen, Reden noch bei Darstellungen strafrechtlich relevante Inhalte festgestellt wurden. Dennoch verbot der Einsatzleiter die Inszenierung während eines Gesprächs mit den Organisatoren. Der Veranstalter brach daraufhin die theatralische Szene mit den Kindern ab.
Nach Durchsetzung des Verbots verlief die Demonstration ohne weitere Zwischenfälle. Mehrere Teilnehmer mussten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden. Behörden und Interessenverbände äußerten im Nachgang Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit Kindern bei der Veranstaltung.
