Apothekensterben in Deutschland: Warum 2025 zum Schicksalsjahr wird
H.-Dieter HuhnApothekensterben in Deutschland: Warum 2025 zum Schicksalsjahr wird
Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht mit zunehmender Geschwindigkeit zurück. Bis Ende 2025 könnte sich die Situation weiter verschärfen. Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi hat sich besorgt über den anhaltenden Rückgang geäußert. In seinem Bundesland wie in ganz Deutschland verschwinden Apotheken seit Jahren. Die aktuellen Zahlen zeigen: 2025 gab es bundesweit 502 Schließungen, während nur 62 neue Apotheken eröffnet wurden. Steigende Betriebskosten, hohe Inflation und festgelegte Erstattungssätze für Medikamente drücken die Gewinne. Viele Apotheker können die Ausgaben nicht mehr decken und müssen schließen. Philippi betonte, dass vor allem ländliche Regionen in Gefahr sind, den lokalen Zugang zu lebenswichtigen Arzneimitteln zu verlieren. Um die Krise zu bewältigen, schlägt er mehrere dringende Maßnahmen vor. Dazu gehört die Erhöhung der Abgabegebühr – also des Betrags, der pro Rezept gezahlt wird –, um die Apotheken wirtschaftlich zu stabilisieren. Zudem fordert er den Ausbau der Telepharmazie, mehr Impfungen und Tests in Apotheken sowie höhere Vergütungen für Notdienste. Ohne schnelles Handeln, warnt der Minister, könnten noch mehr Gemeinden ihre letzte verbleibende Apotheke verlieren. Die neuesten Daten bestätigen einen deutlichen Rückgang: Bis Ende 2025 werden in Deutschland nur noch 16.601 Apotheken bleiben. Philippis Reformen zielen darauf ab, den Sektor zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit zu erhalten. Falls umgesetzt, könnten diese Änderungen den Trend umkehren – doch für viele kämpfende Betriebe wird die Zeit knapp.
