AfD vor Machtgewinn: Fast 70 Prozent der Deutschen erwarten Ministerpräsidentenposten
Mia StollAfD vor Machtgewinn: Fast 70 Prozent der Deutschen erwarten Ministerpräsidentenposten
Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass fast sieben von zehn Deutschen erwarten, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) nach den diesjährigen Landtagswahlen im Herbst mindestens eine Ministerpräsidentenposition erringen wird. Die Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, offenbart zudem verschobene Meinungen zu möglichen Bündnissen, Verboten und dem wachsenden Einfluss der Partei in der deutschen Politik.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 mit 1.003 Teilnehmenden durchgeführte Umfrage ergab, dass 41 Prozent der Befragten glauben, die AfD werde in einem Bundesland die Regierung führen. Weitere 28 Prozent gehen davon aus, dass die Partei in mehreren Regionen an die Macht kommen könnte. Diese Erwartungen spiegeln eine breitere Wahrnehmung wider, dass sich die politischen Machtverhältnisse in diesem Jahr deutlich verschieben könnten.
Die Haltung der Bevölkerung zum Umgang mit der AfD bleibt gespalten: Während 38 Prozent der Deutschen ein generelles Verbot der Partei befürworten, lehnen 47 Prozent einen solchen Schritt ab. Unter den Wählern der Christlich Demokratischen Union (CDU) unterstützen 51 Prozent rechtliche Schritte, um die AfD zu verbieten, doch nur 27 Prozent wären bereit, eine Koalition mit ihr einzugehen. Stattdessen bevorzugen 48 Prozent der CDU-Anhänger eine Zusammenarbeit mit der Linken, falls die AfD stärkste Kraft wird, ohne jedoch die absolute Mehrheit zu erreichen.
Die Umfrage untersuchte zudem die Einstellung zur sogenannten „Brandmauer“ gegen die AfD – eine Strategie, bei der sich andere Parteien weigern, mit ihr zusammenzuarbeiten. Hier sind 45 Prozent der Befragten der Meinung, dass diese Ausgrenzung der Partei letztlich nützt, während 30 Prozent dieser Ansicht widersprechen.
Die Ergebnisse zeigen eine politische Landschaft im Umbruch, in der viele Deutsche in naher Zukunft mit AfD-geführten Regierungen rechnen. Die Debatte über mögliche Bündnisse, Verbote und taktische Reaktionen auf den Aufstieg der Partei wird vor den anstehenden Landtagswahlen im Herbst voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.






