10 February 2026, 23:47

AfD-Skandal: Whistleblowerin enthüllt Machtkämpfe und Finanzchaos in geheimem Netzwerk

Eine Karte von Europa aus dem 19. Jahrhundert, die politische Grenzen zeigt.

AfD-Skandal: Whistleblowerin enthüllt Machtkämpfe und Finanzchaos in geheimem Netzwerk

Ein undurchsichtiges Netzwerk innerhalb der deutschen AfD ist nach Enthüllungen der Whistleblowerin Anja Arndt in die Kritik geraten. Ihr zufolge soll es innerhalb der Partei finanzielle Unregelmäßigkeiten und Machtkämpfe geben. Die im Februar 2024 gebildete Allianz kontrolliere demnach Schlüsselpositionen und nutze Parteigelder für persönliche Vorteile. Mittlerweile laufen Ermittlungen – die Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe der Untreue und Vetternwirtschaft.

Der Skandal nahm seinen Lauf, als die ehemalige AfD-Mitglied aus Niedersachsen, Anja Arndt, Parteifunktionäre öffentlich beschuldigte, die Organisation wie ein "Geschäftsmodell" zu führen. Sie behauptete, dass Funktionäre wie der Landesvorsitzende Stefan Schledde und seine Verbündeten Spenden und Stellen an Gefolgstreue verteilten. Im Februar 2024 verweigerte sie die Teilnahme an einer Sitzung, bei der die Anwesenden zu einem Schweigegelübde aufgefordert wurden, und erklärte: "Das ist der falsche Weg", bevor sie den Raum verließ.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt inzwischen gegen Schledde wegen des Verdachts, 48.000 Euro an Parteispenden auf sein Privatkonto umgeleitet zu haben. Unterdessen steht in Sachsen-Anhalt der Fraktionsvorsitzende Ulrich Siegmund in der Kritik, weil er mehrere Familienmitglieder in parteifinanzierte Positionen gebracht haben soll. Kritiker werfen der Partei vor, durch solche Praktiken Abhängigkeiten zu schaffen und Mitglieder zur Gefolgschaft zu zwingen.

Die Allianz, zu der die Bundestagsabgeordneten Dirk Brandes, Mirco Hanker, Jörn König, Danny Meiners und Angela Rudzka zählen sollen, wird nachgesagt, rund 80 Prozent der Kreisvorsitzenden zu kontrollieren. Die Kommunikation laufe über private WhatsApp-Gruppen wie "Allianz-Hauptquartier". Der ehemalige Goslarer Kreisvorsitzende Main Müller behauptete, das System belohne Loyalität mit Posten und festige so die Kontrolle über die Partei. Der politische Kommentator Götz Kubitschek erklärte, solche internen Konflikte hätten die "Glaubwürdigkeit der AfD zerstört".

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Als Reaktion gründeten Müller und Olga Grabo eine "AfD-Private Gruppe", um bestimmte Mitglieder von offiziellen Diskussionen auszuschließen. Bisher gab es jedoch keine formalen Änderungen in Struktur oder Führung des niedersächsischen Landesverbands seit Bekanntwerden von Arndts Vorwürfen.

Die Enthüllungen haben rechtliche Prüfungen und eine öffentliche Debatte über die internen Machtverhältnisse der AfD ausgelöst. Während die Staatsanwaltschaft finanzielle Unregelmäßigkeiten untersucht und Personalpraktiken überprüft werden, steht die Partei unter Druck, Transparenzdefizite zu beseitigen. Die Ergebnisse der Ermittlungen könnten weitreichende Folgen für die organisatorische Zukunft und das öffentliche Ansehen der AfD haben.