AfD-Landeschef Schledde unter Verdacht wegen undurchsichtiger Geschäftsverflechtungen mit einer GmbH
Lidia HartungLandtag prüft Geschäftstätigkeit von AfD-Politiker Schledde - AfD-Landeschef Schledde unter Verdacht wegen undurchsichtiger Geschäftsverflechtungen mit einer GmbH
Ansgar Schledde, der Landesvorsitzende der rechtspopulistischen AfD in Niedersachsen, gerät wegen seiner finanziellen Verstrickungen mit einem Unternehmen in die Kritik, das AfD-Veranstaltungen organisiert. Er hält 35 Prozent der Anteile an der Isterberg Event GmbH, die für die Ausrichtung von Parteiveranstaltungen zuständig ist. Der Fall wurde bekannt, nachdem ein Zeitungsbericht ihn Ende Februar dazu veranlasst hatte, seine Beteiligung dem Landtag offenzulegen.
Schleddes Engagement für das Unternehmen wirft Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Aus Parlamentsunterlagen geht hervor, dass er monatlich netto 2.500 Euro von der Isterberg Event GmbH für AfD-bezogene Tätigkeiten erhielt – was einem Bruttojahreseinkommen von etwa 30.000 Euro entspricht. Öffentlich hat er sich bisher nicht dazu geäußert, ob ihm seine Unternehmensbeteiligung zusätzliche private Gewinne aus Parteiveranstaltungen eingebracht hat.
Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) prüft den Fall nun. Ihre Untersuchung soll klären, ob Schledde gegen gesetzliche Offenlegungspflichten verstoßen hat. Sollte er sich als schuldig erweisen, die Transparenzregeln verletzt zu haben, droht ihm ein Bußgeld in Höhe von bis zu 51.000 Euro – das entspricht der Hälfte seines jährlichen Grundgehalts.
Das Ergebnis von Nabers Prüfung wird entscheiden, ob Schledde eine Strafe zahlen muss. Seine finanziellen Verbindungen zur Isterberg Event GmbH bleiben weiterhin im Fokus der politischen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Transparenz bei gewählten Amtsträgern.
