4.800 Euro für einen Videoeditor – ist das gerecht oder übertrieben?
Lidia Hartung4.800 Euro für einen Videoeditor – ist das gerecht oder übertrieben?
Eine hitzige Debatte über die Bezahlung von Videoeditoren hat die deutsche Streaming-Community aufgewühlt. Der Streit begann, nachdem Details über die Vergütung von GTimes Editor Enno öffentlich wurden. Während einige das Gehalt als ungewöhnlich hoch kritisieren, sehen andere darin eine faire Anerkennung für harte Arbeit.
GTime, ein aufstrebender deutscher Twitch-Streamer, zahlt Enno ein festes Monatsgehalt von 4.800 Euro brutto. Zusätzlich erhält Enno die Hälfte der Einnahmen des YouTube-Kanals. Diese Vereinbarung fällt in einer Branche auf, in der freiberufliche Editoren oft nur zwischen 10 und 30 Euro pro Stunde verdienen – oder zwischen 200 und 1.000 Euro pro Video, je nach Erfahrung und Plattform.
Die Diskussion gewann an Fahrt, nachdem TikTok-Nutzer, darunter der Streamer gTasty, GTimes Bezahlmodell kritisiert hatten. GTime konterte mit der Frage, ob gTasty überhaupt verstehe, wie Angestelltenvergütung funktioniere, und verteidigte Ennos Gehalt als angemessene Gegenleistung für dessen Einsatz. Der Schlagabtausch entfachte die seit Langem schwelende Debatte über Editorenlöhne in der deutschen YouTube- und Twitch-Szene neu.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Bezahlung von Editoren für Aufsehen sorgt. Bereits früher hatten die Streamer Trymacs und Max Schradin über die Idee einer Gehaltsobergrenze für Editoren diskutiert, wobei Trymacs sich später für seine Haltung entschuldigte. Da es kaum verlässliche Daten zu durchschnittlichen Editorengehältern in Deutschland gibt, fällt es schwer, Branchenstandards zu bewerten – auch wenn vereinzelte Berichte auf leichte Lohnerhöhungen hindeuten, während das Streaming immer beliebter wird.
GTime hat zudem eingeräumt, dass sein Erfolg maßgeblich von der Unterstützung seines Teams abhängt – einschließlich Ennos Arbeit. Der anhaltende Streit wirft grundlegendere Fragen auf: Wie werden Editoren in der Streaming-Welt eigentlich wertgeschätzt?
Die Kontroverse um Ennos Bezahlung lenkt den Blick auf die größeren Herausforderungen bei der Vergütung von Editoren. Zwar ist GTimes Modell großzügiger als viele andere, doch die Debatte spiegelt die generelle Unsicherheit wider, was in der Branche als fairer Lohn gilt. Vorerst bleibt die Diskussion ungelöst – ohne klare Einigung darüber, was angemessene Bezahlung für Streaming-Editoren eigentlich bedeutet.
