20.000 fordern am Frauentag in Berlin Gleichberechtigung und Schutz vor Belästigung
Frauentag in Berlin: Lauter Protest für mehr Rechte - 20.000 fordern am Frauentag in Berlin Gleichberechtigung und Schutz vor Belästigung
Tausende gingen am Internationalen Frauentag in Berlin auf die Straße, um Gleichberechtigung und besseren Schutz vor Belästigung am Arbeitsplatz zu fordern. Organisiert von Gewerkschaften, Frauenverbänden und Initiativen wie Omas for Future zog die Demonstration weit mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer an als erwartet. Viele trugen Schilder in Solidarität mit der Widerstandsbewegung im Iran und forderten ein Ende der Gewalt gegen Frauen.
Die Kundgebung begann mit einer Auftaktveranstaltung, bevor sich der Demonstrationszug in Richtung Rotes Rathaus in Bewegung setzte, dem Amtssitz des regierenden Bürgermeisters. Die Polizei schätzte bis zu 20.000 Teilnehmende – deutlich mehr als die ursprünglich prognostizierten 10.000. Die Protestierenden zeigten Transparente mit Parolen wie "Frau, Leben, Freiheit" und Forderungen nach mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.
Katja Karger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Bundesregierung für den Abbau des Sozialstaats. Sie forderte strengere gesetzliche Regelungen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und verteidigte das Recht auf Teilzeitarbeit ohne Nachteile. Zudem setzte sie sich für die Beibehaltung des Acht-Stunden-Tags als zentrale Arbeitsnorm ein.
Obwohl die Veranstaltung die anhaltenden Kämpfe um Gleichberechtigung thematisierte, gab es in den letzten Jahren nur begrenzte Fortschritte beim Schutz vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz in Deutschland. Stattdessen standen breiter angelegte Maßnahmen wie EU-weite Lohntransparenzregeln und Frauenquoten in Führungspositionen im Vordergrund. Ein Koalitionsvorschlag aus dem Jahr 2026, elektronische Fußfesseln zur Bekämpfung häuslicher Gewalt einzusetzen, stieß bei den Grünen und der Linken auf Kritik, da er als unzureichend bewertet wird.
Im Laufe des Nachmittags setzten sich weitere Proteste in Berlin fort, während die Organisatorinnen und Organisatoren zu anhaltendem Druck für politische Veränderungen aufriefen.
Der Marsch unterstrich die anhaltenden Forderungen nach mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und Gleichberechtigung in Deutschland. Da es bisher keine größeren gesetzlichen Reformen zum Schutz vor sexueller Belästigung gibt, drängen Aktivistinnen und Aktivisten auf konkrete Veränderungen. Weitere Demonstrationen sind geplant – ein Zeichen für den anhaltenden öffentlichen Druck auf die Politik.
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