1,9 Millionen Euro aus Parkuhrautomaten gestohlen: Kemptener Ehepaar vor Gericht
H.-Dieter Huhn1,9 Millionen Euro aus Parkuhrautomaten gestohlen: Kemptener Ehepaar vor Gericht
In Kempten im Allgäu läuft derzeit ein Prozess gegen einen städtischen Mitarbeiter und seine Ehefrau, die beschuldigt werden, fast 1,9 Millionen Euro aus kommunalen Parkuhrautomaten gestohlen zu haben. Das Ehepaar soll das System jahrelang ausgenutzt haben, bis eine Bank im November 2025 verdächtige Transaktionen entdeckte. Beide Angeklagten befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.
Der 40-jährige Stadtangestellte und seine 38-jährige Frau werden verdächtigt, über einen Zeitraum von fünf Jahren systematisch Parkuhrautomaten geleert zu haben. Zwischen November 2020 und November 2025 entnahm der Mann wiederholt Bargeld aus den Geräten, während seine Frau ihm half, die Gelder zu waschen. Sie soll das Geld auf Konten eingezahlt oder gegen Geschenkgutscheine umgetauscht haben, um dessen Herkunft zu verschleiern.
Die Diebstähle blieben jahrelang unentdeckt; frühere Taten aus dem Jahr 2015 sind inzwischen verjährt. Erst als eine Bank ungewöhnliche Aktivitäten auf den Konten des Paares meldete, flog der Betrug auf. Nach der Festnahme ließ die Stadt Kempten eine Prüfung durchführen, tauschte alle Schlösser der Parkuhrautomaten aus und vergab die Wartung an externe Dienstleister, um weiteren Missbrauch zu verhindern.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung des gestohlenen Geldes. Der Prozess dauert an, während die Ermittler das Ausmaß des Betrugs aufklären.
Der Fall hat gravierende Schwächen in der Kontrolle der Kemptener Parkuhrautomaten offenbart und zu sofortigen Sicherheitsnachbesserungen geführt. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen, darunter die Beschlagnahmung aller illegal erworbenen Gelder. Der Prozess geht weiter, während die Behörden versuchen, die fehlenden Millionen zurückzuholen.
